Aktuelles

ARIEH KORETZ

Am 1. Januar 2016 ist unser langjähriger Vorsitzender in Israel und jetziger Vizepräsident der DIJV/IDJV, Rechtsanwalt und Notar Arieh Koretz, im Alter von 87 Jahren in Tel Aviv verstorben.

DIJV-Tagung 2014 in Tel Aviv: Arieh Koretz berichtet aus seinem bewegten Leben. Foto: Guy Shapiro

DIJV-Tagung 2014 in Tel Aviv: Arieh Koretz berichtet aus seinem bewegten Leben. Foto: Guy Shapiro

Arieh war ein ganz besonderer Mensch, der mit seinem Wirken unsere Vereinigung maßgeblich geprägt hat. Als gebürtiger Hamburger, der 1933 nach Saloniki übersiedelte, weil sein Vater dort zum Oberrabbiner berufen worden war, wurde er mit seiner Familie 1943 nach Bergen-Belsen deportiert. Arieh überlebte, während sein Vater kurz nach der Befreiung verstarb. Wer sein Tagebuch, das er während seiner Zeit in Bergen-Belsen auf griechisch geschrieben, aber erst vor wenigen Jahren veröffentlicht hat, gelesen hat, kann vielleicht ermessen, was es für Arieh bedeutet haben muss, den Kontakt mit Deutschland und den Deutschen gleichwohl so intensiv zu pflegen.

Alle, die an der Tagung im Oktober 2014 in Tel Aviv teilgenommen haben, wird der Abend in Erinnerung bleiben, an dem uns Arieh aus seinen Erinnerungen an Bergen-Belsen berichtete. Arieh hat es sehr bedauert, im Herbst 2015 nicht an der Tagung in Berlin teilnehmen zu können. Bis zum Schluss hat er regen Anteil an der Arbeit der Vereinigung genommen.

Wir werden ihn sehr vermissen.

23. JAHRESTAGUNG IM OKTOBER 2015
Die Deutsch-Israelische Juristenvereinigung veranstaltete vom 19. bis 25. Oktober 2015 in Berlin ihre 23. Jahrestagung. Anlass war das 50-jährige Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel sowie 25 Jahre Deutsche Einheit. An der Tagung, die im Berliner Hotel Ellington und in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften am Gendarmenmarkt stattfand, nahmen an die 250 Juristen aus Deutschland und Israel teil.

Heiko Maas (Mitte) mit den Vorstandmitgliedern Elmar Esser (l.), Dan Assan (2.v.l.), Zvi Tirosh (r.) sowie Ehrenpräsident Prof. Dr. Itzhak Englard. Foto: DIJV/AForberg

Themen der Tagung waren u.a.: Aufarbeitung NS-Justiz nach 1945; Umgang mit Flüchtlingen – Rechtliche Aspekte im Vergleich zwischen Deutschland und Israel; Antisemitismus in Deutschland; Rechtsfragen im Umgang mit NS-Raubkunst; Demonstrationsrecht; Sterbehilfe; Start-Up’s und Urheberrecht; Zugang zum Recht und die Rolle der Anwaltschaft; Ausstellung „Anwalt ohne Recht“; 25 Jahre Deutsche Einheit.

Referenten und Gäste waren u.a.: Prof. Dr. Ferdinand Kirchhof (Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts); Dr. Yoram Danziger (Supreme Court of Israel); Prof. Dr. Ingo Müller; Prof. Dr. Manfred Görtemaker; Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum; Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel (Leiterin Gurlitt-Task Force); Prof. Dr. Peter Raue; Wolfgang Thierse (Präsident des Deutschen Bundestages a.D.) sowie Heiko Maas (Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz), Volker Beck (MdB, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag)  sowie S.E. Yakov Hadas-Handelsman (Botschafter des Staates Israel).

Ein Höhepunkt war im Rahmen der Ausstellung „Anwalt ohne Recht“ das Solo des 1. Geigers und Konzertmeisters der Berliner Philharmoniker Noah Bendix-Balgley in Gedenken an seinen Urgroßvater  Dr. Ludwig Bendix. Dr. Bendix, war seit 1907 Rechtsanwalt in Berlin, verlor nach 1933 seine Zulassung und saß u.a. zwei Jahre im Konzentrationslager Dachau. Zunächst 1937 nach Palästina emigriert, gelangte er 1947 in die USA. Die Rückkehr in den Beruf des Anwalts in Deutschland gelang ihm nicht mehr.

Die im Jahre 1989 gegründete Deutsch-Israelische Juristenvereinigung zählt über 600 Mitglieder in beiden Ländern.

Hier finden Sie das Programm und Fotos der Tagung.

Bitte beachten Sie: Die Fotos sind ausschließlich für private Zwecke gedacht und dürfen nicht gewerblich genutzt werden. Die Fotorechte liegen bei dijv/AForberg.

 

REGIONALE VERANSTALTUNGEN
Neben den bereits seit vielen Jahren etablierten regionalen Veranstaltungen in Berlin und im Raum Düsseldorf finden neuerdings auch in München und Hamburg regionale Treffen statt.

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Mein Theresienstädter Tagebuch 1943 – 1944
Hannelore Brenner, Journalistin, Publizistin und Verlegerin, beabsichtigt, eine englischsprachige Druck- und Ebook-Version des von ihr 2014 veröffentlichten Buches „Helga Pollak-Kinsky, Mein Theresienstädter Tagebuch 1943 – 1944 (und die Aufzeichnungen meines Vaters Otto Pollak)“ herauszubringen. Zu diesem Zweck hat sie ein Fundraising Projekt ins Leben gerufen, was die DIJV gerne unterstützt.
Helga Pollak war, bevor sie mit 14 Jahren nach Auschwitz deportiert wurde, unter anderem Mitwirkende in der in Theresienstadt zur Aufführung gebrachten Kinderoper „Brundibar“. Ihr Schicksal und das vieler Leidensgenossinnen hat Helga Pollak-Kinsky in dem 2004 im Drömer-Verlag erschienen Buch „Die Mädchen von Zimmer 28“ berührend beschrieben. Helga Pollak hat Auschwitz überlebt und lebt in Wien. Sie begleitet heute Ausstellungen und Theaterstücke zum Thema, hält Lesungen und ist als Zeitzeugin immer wieder im Gespräch besonders mit jungen Menschen, um jene Werte weiterzugeben, die für sie wichtig waren und sind: Solidarität, Mitgefühl, Toleranz, Zivilcourage, Bildung und Kultur.

Hier finden Sie mehr Informationen zum Fundraising Projekt.